Die zwei grossen Landeskirchen engagieren sich bereits seit dreissig Jahren für den Umweltschutz. Was kommt von diesem Engagement in der einzelnen Kirchgemeinde an?

Die «oeku» erarbeitet Grundlagen für die Umweltarbeit in Kirchgemeinden, so zum Beispiel Unterlagen zu Energie, Klimawandel, Mobilität, Umweltmanagement, Umwelterziehung oder nachhaltige Entwicklung. Die Fachstelle «oeku» ist als Verein mit gut sechshundert Kollektiv- und Einzelmitgliedern, darunter Kirchgemeinden und kirchliche Organisationen, organisiert. Finanziert wird die «oeku» durch Beiträge von Mitgliedern und Kantonalkirchen sowie durch Spenden. Hinzu kommen verschiedene projektbezogene Beiträge von Bund und Kantonen. Aktiv ist die «oeku» sowohl im theologischen wie auch im ökologisch-praktischen Bereich. Im Frühling 2015 hat sie das überarbeitete Umwelthandbuch für Kirchgemeinden herausgegeben. Fragt man Mitlieder katholischer oder reformierter Kirchenpflegen danach, lautet die Antwort: «Noch nie davon gehört», «Kenn ich nicht» oder «Wusste nicht, dass es das gibt».

Die Fachstelle Kirche und Umwelt gibt es aber schon seit 1986. Laut Kurt Aufdereggen von «oeku» sind Umweltpraxis, Umgebungsgestaltung und Energiesparen auf Kirchgemeindeebene zunehmend Thema. Die Umwelt hatte bisher bei den Kirchen keine hohe Priorität gehabt, weil die sozialen Fragen im Vordergrund standen. Da aber die Klimaveränderung zunehmend soziale Implikationen hat, wird das Klima eben auch zu einem sozialen Thema. «Viele Menschen haben das globale Wachstum und Konsumieren auf Kosten der Umwelt und des Klimas satt und erkennen, dass sich diese Haltung nicht mit christlichen Werten vereinbaren lässt», sagt Aufdereggen.

Was kann eine Kirchgemeinde tun, wenn sie bei sich mit Umweltschutz ernst machen will? Der Fachmann hat ganz konkrete Vorschläge: Einzelne Projekte wie Solaranlagen, Gebäudeisolierungen oder eine ökologische Umgebungsgestaltung umsetzen oder ein systematisches Umweltmanagement anstreben, das mit einer «Grüner Güggel»-Zertifizierung gekrönt werden könne. Verschiedene reformierte und katholische Kantonalkirchen verfügen über Ökofonds, aus denen für solche Projekte Unterstützungsbeiträge beantragt werden können. Bedingung ist aber, dass die Kirchenpflege über diese Möglichkeiten im Bilde ist. Denn ohne Kenntnis kann keine Sensibilisierung stattfinden und ohne Sensibilisierung keine Veränderung.

Solarzellen auf dem Dach: Der gewonnene Strom wird ins Netz eingespiesen oder in Batterien gespeichert. Das Ziel ist Selbstversorgung.