• Gemeinsame Reisen sind in Kirchgemeinden beliebt, gleich ob mit Jugendlichen, Ehrenamtlichen oder Gemeindemitgliedern. Zehn Tipps, die Sie beachten sollten.
  • Grosse Erfahrungen
  • Ob Konzern oder Kirchgemeinde, der Autor dieser Tipps, Joachim Anz, punktet mit jahrelanger Erfahrung bei Thomas Cook und der Deutschen Bahn. Als glücklich verheirateter Vater zweier Kinder plant er nicht nur Reiseprogramme für Gruppen, sondern ist auch privat gern unterwegs. Gerne beantwortet er Fragen: anz@tour-mit-schanz.de
  • Sie stehen vor der Aufgabe, in 2018 oder 2019 für Ihre Gemeinde eine Gruppenreise zu organisieren. Wo sind die Stolpersteine? Was gilt es zu beachten, damit alle nicht nur gesund wieder nach Hause kommen, sondern auch zufrieden – und möglichst danach noch mal verreisen möchten. Denn gemeinsam unterwegs zu sein, bildet Gemeinschaft, die weit über die Reise hinaus den Gemeindealltag stärkt.
  • Einkauf: Selber machen versus delegieren
  • Wohin soll die Reise gehen? Wie lange darf sie dauern? Ist es eine Freizeit oder eine Rundreise? Inland oder Ausland? Busfahrt oder Flugreise? Je komplexer, desto sinnvoller ist es, einen spezialisierten Reiseveranstalter mit der Organisation Ihrer Gemeindereise zu beauftragen. Je weiter weg, je länger die Reise dauert, umso eher sollten Sie die Organisation delegieren.
  • Zielgruppenkonzept vor Routenplanung!
  • Machen Sie sich viele Gedanken über die Bedürfnisse Ihrer potenziellen Reiseteilnehmer: Alter, Bildungshintergrund, Reiseerfahrung, Sprachkenntnisse. Entsprechend muss vorab, insbesondere bei einer Rundreiseplanung, Folgendes bedacht werden: Sind kleine Wanderungen möglich? In welcher Sprache sind Begegnungen sinnvoll? Überlassen Sie die Routenplanung dem Experten – konzentrieren Sie sich auf die Erfüllung der Erwartungen Ihrer Teilnehmer.
  • Wohin soll die Reise gehen?
  • Nicht jede Kirche muss besichtigt werden – beschränken Sie sich auf wenige Highlights. Geben Sie im Programmablauf genügend Zeit zur Verarbeitung der vielen neuen Eindrücke – insbesondere Raum zu Gesprächen untereinander. Das Reiseprogramm nicht überfrachten – Mut zur Lücke.
  • Terminfindung und Auswahl Reiseziel
  • Wer Ihrer Teilnehmer ist ein «Alpha-Tier»? Suchen Sie sich die Meinungsmacher, denen andere gerne folgen. Stimmen Sie sehr frühzeitig mit diesem kleinen Kreis den Reisetermin und das Ziel ab. Machen Sie die Reise zum persönlichem Anliegen der «Alpha-Tiere». Nicht alles im stillen Kämmerlein alleine planen – den Ball ins Rollen bringen.
  • Qualität versus Preis
  • Nehmen Sie Rücksicht auf die finanziell Schwächeren – auch weniger gut betuchte Gemeindemitglieder sollen sich die Reise leisten können. Aber Achtung, Stolperschwelle: Schlechte Hotelqualität drückt die Stimmung! Sparen Sie nicht an der falschen Stelle.
  • Wie sorge ich für Teilnehmer
  • Wenn Sie frühzeitig Ihre «Alpha-Tiere» in die Planung einbeziehen, wollen genau diese Meinungsmacher sicherstellen, dass die Reise auch stattfindet – also haben Sie starke Unterstützer an Ihrer Seite, die Teilnehmer einwerben. Machen Sie die Reise zum Projekt Ihrer Meinungsmacher.
  • Sicherheit
  • Risiko-Absicherung über die Veranstalter-Haftpflicht-Versicherung: Diesen Aspekt sollten Sie nicht unterschätzen: Wenn Sie selbst organisieren, um Kosten zu sparen, tragen Sie ein schwer kalkulierbares Risiko, wenn einem Ihrer Teilnehmer unterwegs etwas zustösst. Ein guter Reiseveranstalter ist für solche Risiken versichert – und Sie können beruhigt schlafen! 2. Zielgebietsrisiken: Wägen Sie ab zwischen dem Interesse am Reiseland und den Risiken vor Ort. Beispiel Israel: Solange das Auswärtige Amt keine Reisewarnung ausspricht, gilt das Zielgebiet als sicher. Bedenken Sie dabei aber das subjektive Empfinden Ihrer potenziellen Teilnehmer: Welche Gefühle sind stärker – die Angst vor einem unvorhersehbaren Risiko oder der Wunsch, nach Israel zu fahren. Risiken frühzeitig im Vorfeld diskutieren!
  • Administration – lästig, aber notwendig
  • Wer bearbeitet die Anmeldebogen? Wer kümmert sich um das Inkasso? Aufgaben, für die Sie als Planungsverantwortlicher nicht Ihre wertvolle Zeit einsetzen sollten – pflegen Sie lieber Ihre «Alpha-Tiere». Geben Sie Routineaufgaben an den externen Experten ab.
  • Nach der Reise ist vor der Reise
  • Sie haben unterwegs bereits gespürt, wie einfach und selbstverständlich sich am Rande der Reise tiefe und persönliche Gespräche ergeben, die in dieser Fülle und Intensität in so kurzer Zeit zu Hause kaum möglich wären. Aber unterwegs, weit weg vom Alltag, fällt dies sehr leicht. Und Sie spüren bereits kurz nach der Reise, wie diese vielen, guten Gespräche der Gemeinschaft im Alltag der Gemeinde nützen. Reisen fördert die Gemeinschaft – gerade zu Hause – und erleichtert Ihnen somit Ihre Arbeit nachhaltig im Alltag. Stossen Sie unterwegs die Planung der nächsten Reise an.
  • Aller Anfang ist schwer – die ersten Schritte
  • Entscheiden Sie sich für eine Gruppenreise über mehrere Stationen, dann ist klar: 1. Sie brauchen Unterstützung von aussen. 2. Binden Sie in dieser Planungsphase bereits Ihre «Alpha-Tiere» ein. Sie werden sehen – sehr schnell entwickelt sich eine Eigendynamik. Binden Sie von Anfang an einen Reiseveranstalter ein.
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