An heissen Sommertagen steigen in Kirchen und Räumen der Pfarrämter die Temperaturen auf kritische Werte. Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und sinkende Leistung sind die Folgen. Mit wenigen Massnahmen lässt sich Linderung verschaffen.

An heissen Sommertagen leiden Kirchenbesucher unter der Hitze, ähnlich wie die Angestellten während der Woche in ihren Büroräumen und die Ehrenamtlichen bei ihren Einsätzen. Wochenlange Hitzeperioden mit Tagesspitzen von über 30 Grad – wie in den Jahren 2002 und 2003 – gehören jedoch in der Schweiz zur grossen Ausnahme. Dennoch: Schon bei kurzen Hitzeperioden mit hohen Innentemperaturen nehmen die Arbeitslust und die Leistungsfähigkeit merklich ab. Laut Studien erhöht die Herz-Kreislauf-Belastung das Unfallrisiko deutlich. Obschon für Arbeitnehmer kein rechtlicher Anspruch auf klimatisierte Räume oder Hitzefreitage besteht, sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine Gefährdung der Gesundheit möglichst vermieden wird. Allgemein wird angenommen, dass Raumtemperaturen von über 26 Grad zu einer Belastung der Gesundheit führen können, vor allem wenn isolierende Arbeitsbekleidung getragen werden muss.

Massnahmen zur Abkühlung:

  • Im Arbeitsbereich ist die Nachtkühlung zu nutzen. Wenn dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, empfiehlt sich zu Arbeitsbeginn ein Stosslüften. Die Sonneneinstrahlung sollte bereits in den Morgenstunden vermieden werden (nach dem Stosslüften Jalousien runterlassen, Fensterläden schliessen, Sonnenmarkisen öffnen).
  • Im Arbeitsbereich sollten innere Wärmequellen reduziert werden, indem elektronische Geräte nur bei Bedarf eingeschaltet werden (Lampen, Drucker, Kopierer, Stereoanlage, Computer).
  • Der Einsatz von Tisch- und Stehventilatoren fördert die Abkühlung des Körpers durch Schweissverdunstung. Falls eine Klimaanlage vorhanden ist, sollte der Unterschied zur Aussentemperatur nicht mehr als 6 Grad betragen. Sind die Innenräume so stark abgekühlt, dass man ohne Pullover friert, versetzt das den Köper in Stress (Hitzeschock draussen, Kälteschock drinnen).

Arbeitsorganisation:

  • Körperliche Arbeit sollte nur in den frühen Morgenstunden ausgeführt werden. Das betrifft vor allem Sakristane oder Sigristen, Gärtner und Ehrenamtliche.
  • Bei körperlicher Arbeit sollte auf genügende Pausen mit kühlen Getränken geachtet werden. Findet die Arbeit draussen statt, ist eine Kopfbedeckung hilfreich. Sonnenschutzmittel sind derweil ein Muss. Die Risiken bei Arbeiten unter der Sonne im Sommer sind für Haut und Augen vor allem zwischen 11 und 15 Uhr gross. Deshalb sollte nicht mit freiem Oberkörper und ohne Sonnenbrille gearbeitet werden. Die Sonnenschutzmittel sollten mindestens den Schutzfaktor 30 aufweisen und in grosszügiger Menge aufgetragen werden. Wird das Sonnenmittel zu dünn appliziert, reduziert sich der Schutz massiv.
  • Der Tageswasserbedarf steigt an, weshalb auf ausreichende Trinkmöglichkeiten zu achten ist. Wichtig ist, ständig in kleinen Mengen zu trinken. Geeignet sind besonders stilles Wasser, kühle Tees oder verdünnte Fruchtsäfte (Schorlen). Heisser Kaffee und Tee regen an und verstärken das Hitzegefühl. An heissen Tagen wirken kalte Biere zwar kühl, aber der Alkohol fördert den Wasserverlust.

Grosse Hitze kann Gesundheitsstörungen verursachen, weshalb es wichtig ist, die ersten Anzeichen richtig zu interpretieren. Verliert der Körper viel Wasser (und damit auch Mineralien), kann das zu Schwäche, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Diese Symptome werden als Hitzeerschöpfung bezeichnet. Sinkt der Blutdruck kritisch, droht eine Bewusstlosigkeit. Dieser Hitzekollaps wird durch die vermehrte Durchblutung der Haut zur Wärmeabgabe hervorgerufen. In diesen Fällen helfen Ruhe an kühlen Orten, kühlende Umschläge, Frischluft und kühle Getränke in kleinen Portionen.

Linderung für Besucher

Oft entsteht in Kirchen im Sommer ein Hitzestau, der den Kirchgängern das Gefühl vermittelt, es fehle in der Kirche an Sauerstoff. Der Grund liegt in der Regel bei den Fenstern, die sich nicht oder nur zu einem kleinen Teil öffnen lassen. Hier hilft ein Durchzug in den frühen Morgenstunden (alle Kirchentüren offen halten, alle Fenster der Kirche öffnen, alle Türen zu Kirchennebenräumen sowie deren Fenster öffnen). Wenn Standventilatoren unter die Türen gestellt werden, wird die Luftumlagerung beschleunigt. Bewährt hat sich auch, während des Gottesdienstes die Kirchentüren offen und Standventilatoren in Betrieb zu halten. Das Angebot von geräuscharmen (und kostengünstigen) Ventilatoren ist heute grosse. Vor allem psychologische Wirkung hat ein zurückhaltender Umgang mit der Innenbeleuchtung der Kirche. Gleissendes Licht verstärkt den Eindruck von Hitze, während eine reduzierte Beleuchtung als beruhigend wahrgenommen wird.

Bei sonnenexponierten Kirchen empfiehlt sich auf den Süd- und Westfenstern eine Isolationsfolie. Beschichtete Fenster reduzieren die Sonneneinstrahlung um achtzig Prozent, was die Raumerwärmung erheblich senkt. Die Folien bestehen aus mehreren Schichten, die teilweise mit Metall bedampft wurden. Das führt zu einer Reflexion von Sonnenstrahlen, was bei Kirchenfenstern in der Regel nicht auffällt. Je nach Produkt wird durch die Folienbeschichtung allerdings auch die Lichtdurchlässigkeit etwas reduziert. Es empfiehlt sich deshalb, die Hitzeschutzfolien nur an stark besonnten Fenstern anzubringen.