Nach der Firmung oder der Konfirmation ist es schwierig, Jugendliche in einer Kirchgemeinde «bei der Stange zu halten». Mit konkreten Projekten kann das aber leicht gelingen.

Mit der kirchlichen Aufnahme in die Gemeinschaft der Erwachsenen wird für die meisten Jugendlichen ein neues Kapitel aufgeschlagen. Sie kehren der Kirche den Rücken und mögen nicht mehr in der Jugendgruppe mitgestalten. Das Distanznehmen gehört zum Emanzipationsprozess der Jugendlichen. «Einfach weiter mitmachen» erscheint deshalb unattraktiv. Die Kirche bietet zur Bindung lediglich regelmässige Treffen an.

Diese sind von Jugendlichen nach der Firmung oder Konfirmation allerdings nicht mehr gewünscht. Ihre Disponibilität lässt sich jedoch leicht mit konkreten Projekten reaktivieren: themenbezogen, zeitlich begrenzt, klar überschaubar, ohne weitere Verpflichtungen. Erfüllt ein Angebot diese Kriterien, sind auch Gefirmte und Konfirmierte mit von der Partie. Das kann die Neugestaltung eines Jugendraums sein, ein Videoprojekt von der Aufnahme über den Schnitt bis zur Vertonung, der Bau einer Jugend-Webseite für die Gemeinde oder ein Urban-Gardening-Projekt im Quartier.

Klare Anforderungsprofile mit umschriebenen Kompetenzen für die entsprechenden Funktionen wirken motivierend. Projektbezogene Arbeit ist ein Trend und wird durch die Digitalisierung wohl auch ein Arbeitsmodell für die Zukunft. Angezogen fühlen sich Jugendliche auch von nachhaltigen Projekten. Bei der Nachhaltigkeit schwingt die Zukunftsgestaltung mit; die Realisierung eines menschenwürdigen Lebens rückt in den Fokus. Denn es gilt, die fragilen Systeme zu beachten, ob ökologisch, ökonomisch oder politisch.

Oben: Jugendliche geben sich oft desinteressierter als sie wirklich sind. Foto: pixabay.com