Ohne Strom geht in Kirchgemeinden nichts mehr: von der Mikrofonanlage über die Lüftung, die Kopierer und die Abwaschmaschine bis hin zur Telefonanlage. Spannungsschwankungen im Stromnetz können aber diese Apparate schnell zerstören und die Versicherungen decken oft nicht den Schaden. Was Sie wissen müssen, um sich davor zu schützen.

Wenn der Blitz direkt oder indirekt einschlägt, kommt es oft zu einer Überspannung im Stromnetz. Der direkte Blitzeinschlag trifft ein Objekt, ein indirekter Blitzschlag den Boden. Im Boden liegen in der Regel Leitungen, von denen die Spannung aufgenommen und weitergeleitet wird, bis sie auf einen Sicherungskasten oder ein elektrisches Gerät trifft. Dies kann über normale Strom-, Telefon- oder Antennenleitungen geschehen. Für normale Haushaltsgeräte ist diese enorme Spannung nicht zu bewältigen und führt deshalb zu einer Beschädigung der Geräte – im ungünstigsten Fall kommt es sogar zu einem Brand. Das aber nur dann, wenn der Sicherungskasten versagt. Dort sollte die Überspannung aufgefangen werden, was aber nicht immer der Fall ist. In der Schweiz werden um 10 000 Fälle von Überspannungen pro Jahr registriert. Deshalb ist neben einer regelmässigen Kontrolle der entsprechenden Sicherung auch eine Überprüfung der Versicherungspolice angezeigt. Eine Hausratversicherung deckt oft nicht jede Art von Blitzeinschlag ab. Zudem ist der Fall einer Überspannung häufig Gegenstand eines Versicherungszusatzes, der explizit beantragt werden muss. In einzelnen Kantonen kommt die Gebäudeversicherung für den Schaden aufgrund von Überspannung auf, allerdings nur für sogenannte eingebaute Geräte. Das sind fix montierte Geräte wie Lautsprecheranlagen, Beleuchtungen, Glaskeramikfelder, Abwaschmaschinen, Lüftungen. Keine Deckung gibt es dann für TV-Geräte, frei stehende Kühlschränke, Computer oder Beamer. Ist in einer Versicherungspolice nur der direkte Blitzeinschlag gedeckt, fallen Schäden aus Überspannung nicht darunter. Geräte, die einer Überspannung ausgesetzt waren, können in der Regel nicht repariert werden. Bei einer Studie an über 7000 defekten Elektrogeräten wurde festgestellt, dass 23 Prozent der Schäden durch Überspannung verursacht wurden.

Gründe für eine Überspannung, die nur Sekunden, aber auch Stunden dauern kann, sind die schlechte Regelung durch den Energieversorger oder ein plötzlicher Belastungsrückgang im Energieversorgungsnetz, zum Beispiel durch Stromausfall nach einem Blitzeinschlag.