Der Rosenschnitt ist eine Glaubensfrage: mutige Radikalkur oder vorsichtige Pflege? Die Erfahrung zeigt, dass sich beide Glaubensrichtungen vertreten lassen.

Vor wenigen Wochen haben die Rosen noch geblüht. Sollen sie jetzt zurückgeschnitten werden oder ist es ratsam, bis zum Frühling zuzuwarten? «Seit Jahren mache ich kurzen Prozess», sagt ein langjähriger Schrebergärtner. «Ich schneide sie Anfang Dezember bis knapp über dem Boden zurück und habe jedes Jahr wunderschöne Blüten.» Ein solch radikales Vorgehen birgt jedoch Risiken, denn so weit zurückgeschnittene Rosenstöcke sind bei Minustemperaturen stärker gefährdet. Die Fachwelt rät deshalb zu einem schonenderen Umgang. Erst wenn die Frühjahrssonne die Forsythien erblühen lässt, ist es Zeit für einen stärkeren Rosenschnitt. Unbestritten ist, dass Rosen geschnitten werden müssen, weil sonst dieZweige zu lang werden und der untere Teil zu kahl. Das schwächt die Pflanze und macht sie anfällig für Schädlinge. Ein Hauptschnitt im Frühling verhindert in der Regel Frostfolgeschäden. Die Triebe sollten dann aber nur auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten werden. Im Sommer folgt ein Ausputzschnitt, den die Pflanze mit einer erneuten Blütenpracht im Herbst verdankt.