Die Checkliste

  • Erstellen Sie eine Übersicht Ihrer Angebote für Kinder, Berufstätige und Senioren.
  • Listen Sie die durchschnittliche Besucherzahl pro Angebot auf, ebenso den Zeitaufwand (Vorbereitung, Durchführung, Nachbehandlung).
  • Bewerten Sie die Angebote mit den Noten 1 bis 3 nach den Kriterien «Beliebig austauschbar, steht ausserdem in Konkurrenz zu anderen Angeboten», «Zufriedenstellend, aber kein Muss» und «Einzigartig, genau richtig für die Gemeinde».
  • Erstellen Sie eine Liste derjenigen Angebote, die zur Disposition stehen.
  • Bewerten Sie diese Streichkandidaten nach Verzichtbarkeit mit «ganz und gar», «allenfalls» und «auf keinen Fall».
  • Weisen Sie die potenziellen Zeiteinsparungen aus. Verteilen Sie die gewonnene Zeit auf die anvisierten Neuangebote.

Stress gehört zum Alltag jedes Kirchenbetriebs. Um ihn in Grenzen zu halten, ist es wichtig, Gewissheit darüber zu erlangen, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und ob sie gezielt eingesetzt werden.

«Ich habe keine Zeit, meine Agenda ist voll.» Diesen Satz hört man immer wieder im Kirchenalltag. Meist geht es dabei um die Frage, ob ein neues Vorhaben, ein zusätzliches Angebot realisiert werden kann. «Das wäre schön, aber das kann ich nicht auch noch übernehmen», lautet oft der Entscheid. In der Regel werden bei solchen Diskussionen die bestehenden Angebote nicht hinterfragt. Ist es sinnvoll, wäre beispielsweise zu überlegen, eine Veranstaltung weiterhin durchzuführen, die seit Jahren nur von drei Gemeindemitgliedern besucht wird? In Kirchgemeinden findet eine Ressourcenplanung kaum je statt. Hier dominiert die Haltung, an Traditionen festzuhalten, Bestehendes nicht in Frage zu stellen – handle es sich nun um das Stricktreffen, den Monatsjass oder den Seniorenausflug. Dass es bisher angeboten wurde, gilt als hinreichende Legitimation, es auch weiterhin durchzuführen, ungeachtet der Nachfrage oder des Erfolgs. Der Preis für dieses zähe Festhalten ist oft hoch: Das bestehende Angebot erscheint als verstaubt, es generiert kein neues Publikum – und bindet aufseiten der Kirchenangestellten Kräfte, die vielleicht sinnvoller eingesetzt werden könnten. Bloss aus Dankbarkeit gegenüber den wenigen Treuen sollten solche Veranstaltungen nicht aufrechterhalten werden, denn sie tragen nichts zu einer lebendigen Kirche bei. Neue Angebote hingegen motivieren neue Kreise zumMitmachen, was oft zu einer Sogwirkung führt. Die Enttäuschung über das Verschwinden des einen oder anderen Angebots hält sich so in Grenzen