Die Kathedrale Sé Velha im berühmten Coimbra in Portugal leidet unter einem
schwarzen Pilz, der sich wohl vor 800 Jahren eingenistet hat. Eine Abdichtung gegen
Feuchtigkeit hat den Pilz möglicherweise reaktiviert.

Eine bisher unbekannte Pilzart hat den Kalkstein der Kathedrale Sé Velha befallen. Er gehört zu den Schwarzpilzen, die besonders resistent sind und offenbar während Jahrhunderten schlummern können. Sie dringen tief in die Poren des Gesteins
ein und verursachen dadurch kleine Risse im Gemäuer, was wiederum zu Infiltrationen von Wasser führt. Forscher
der Universität Coimbra konnten den Pilz isolieren und bestimmen. Laut ihrer Analyse befindet sich der Aeminium ludgeri schon lange im Gestein und hat sich wohl beim Bau der Kathedrale in den Poren eingenistet. Die Bekämpfung von Schwarzpilz ist ein mühsamer Prozess. Denn auch bei der Entfernung des Pilzes bleibt eine schwarze Verfärbung auf der Oberfläche zurück. Zudem neigt der Schwarzpilz dazu, sich in Symbiose mit Flechten zu verbreiten.

Zur Beseitigung der schwarzen Verfärbung werden deshalb Bleichmittel eingesetzt oder giftige Biozide. Eine besondere Gattung
des Schwarzpilzes produziert sogar eine Säure, die Kalkstein auflöst. Wenn die Fassaden gegen Feuchtigkeit
abgedichtet wurden, man spricht von einer Versiegelung oder einer Hydrophobierung, führt das oft nach Jahrzehnten zu negativen Folgen. Eingedrungenes Wasser kann nicht mehr entweichen. Bei der Kathedrale Sé Velha in Portugal
könnte das der Grund sein, weshalb sich der Pilz reaktiviert hat. Die 800 Jahre alte Kathedrale Sé Velha in Coimbra
ist die einzige im romanischen Stil errichtete Kathedrale Portugals, die bis heute weitgehend intakt geblieben ist. Sie zählt deshalb zum Unesco-Weltkulturerbe.