Natursteinböden sind zeitlos, elegant und praktisch – aber nicht unzerstörbar. Worauf es bei der Pflege zu achten gilt.

Tief im Inneren der Erde, unter Einfluss von unvorstellbarer Hitze und Druck, entsteht aus Calzit und anderen Mineralien in Zehntausenden von Jahren Marmor. Ein falsches Reinigungsmittel zerstört ihn in fünf Minuten. Natursteinböden gelten zwar als widerstandsfähig, strapazierbar und langlebig, aber auch der härteste Stein hat seine Schwächen – jeder wieder eine andere –, und die muss man kennen, will man bei der Reinigung keinen Schaden anrichten. Marmor zum Beispiel mag keine Säure, denn Säure löst Kalk. Der erste Eindruck täuscht: Naturstein bildet keine vollkommen geschlossene Oberfläche. Unter dem Mikroskop betrachtet sind Poren und Kapillaren im Stein zu erkennen, durch die Flüssigkeiten, Öle und Schmutz eindringen können. Säureempfindlich sind auch Travertin, Kalkstein und kalkhaltige Schiefer, die in polierter Version am heikelsten sind. Raue Oberflächen verzeihen etwas mehr, aber auch hier empfiehlt es sich, die Wirkung eines neuen Mittels an einem versteckten Ort zu prüfen. Noch weniger empfindlich sind Granite und Gneise, doch auch sie schätzen eine aufmerksame Pflege. Grundsätzlich gilt: Zuerst trocken reinigen, dann Öle und Fette entfernen, zum Schluss nass reinigen. Natursteinböden sollten regelmässig imprägniert werden. Verwenden Sie Reinigungs- und Pflegemittel sparsam und führen Sie bei Unsicherheiten eine Probe durch – oder fragen Sie den Fachmann.