Montag, 19 Februar 2018 09:11

Zu Hause in der Chinesischen Christengemeinde

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«Sieben Jahre Taiwan, zwei Jahre Deutschland, fünf Jahre Singapur, wieder vier Jahre Taiwan, dann sieben Jahre Schweiz. Jetzt müssten es 25 Jahre sein», rechnet Désirée Dippenaar. Diese Zahlen geben einen ersten Einblick in die Welten, mit denen sie bereits in Berührung gekommen ist. Als Tochter eines Missionarehepaars wurde sie 1991 in Taiwan geboren. Mit diesem Land fühlt sie sich bis heute am meisten verbunden. Wenn sie kann, fährt sie einmal im Jahr dorthin, zu ihren Eltern, die ebenfalls Migrationshintergrund haben: Ihr Vater ist gebürtiger Südafrikaner, ihre Mutter wuchs als Missionarskind in Italien auf. Désirée Dippenaar beschreibt sich als «unsichtbare Ausländerin»: «Irgendwann habe ich beschlossen, dass in Taiwan meine Wurzeln liegen. Aber für die Taiwanesen sehe ich nicht wie eine Taiwanesin aus – und die Schweizer erwarten, dass ich mich wie eine Schweizerin benehme, obwohl ich nicht von hier bin!»

Ihre multikulturelle Biografie hat ihre Theologie nachhaltig geprägt. Désirée Dippenaar sagt von sich, sie sei eine «Patchwork-Christin». «Wie ein Schwamm sauge ich alles auf, ganz nach dem paulinischen Motto: Prüft alles, und das Gute behaltet.» Interkulturelle Offenheit bedeute aber keineswegs theologische Beliebigkeit: Désirée Dippenaars Nachdenken richtet sich besonders gegen Glaubensrichtungen, die besagen, dass Gottes Segen in Reichtum, Gesundheit und gesellschaftlichem Erfolg sichtbar werde. Der Glaube ist kein Vertrag: «Gott tut nicht immer, was wir wollen – sondern wir können ihm vertrauen, egal was passiert.»

Seit ihrer Ordination diesen Sommer 2016 ist Désirée Dippenaar als Doktorandin zurück an der Theologischen Fakultät Zürich, an der sie sechs Jahre lang studierte. Sie wird über das Matthäusevangelium forschen. Neben dem Doktorat behält sie als Jugendgruppenleiterin der Chinesischen Christengemeinde Zürich die Verbindung zu Asien.