Donnerstag, 03 Mai 2018 11:44

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Thomas Schüpbach - Pfarrer Andreaskirche Zürich
Thomas Schüpbach - Pfarrer Andreaskirche Zürich

«An jedem Freitagabend wird der Monolith zum speziellen Feierort: In einem zeitgemässen Gottesdienst geht es um dich und um aktuelle Themen, um Gott und die Welt.» So präsentiert die reformierte Andreaskriche in Zürich auf ihrer Webseite das Freitagangebot. Dieses Angebot besteht seit September 2016 und hat damals für Furore gesorgt. Der Zürcher Pfarrer Thomas Schüpbach verlegte den Sonntagsgottesdienst auf den Freitagabend. Sogar der «NZZ» war das eine Geschichte wert – vor allem wohl, weil das Ansinnen einen Verstoss gegen die Kirchenordnung der Zürcher Landeskirche darstellte und somit Konfliktpotenzial beinhaltete.

«Das wurde leider in der Presse etwas unglücklich dargestellt», sagt Pfarrer Thomas Schüpbach, der für das Experiment mitverantwortlich zeichnet. «Zusammen mit umliegenden Kirchgemeinden wurden wir nämlich als Pilotkirchenkreis in Vorbereitung auf die geplante Zusammenlegung der Zürcher Kirchgemeinden auserkoren. Daher gingen wir davon aus, dass wir dadurch mehr Spielraum hätten.» Schüpbach hatte sich in Basel und Wien zum Pfarrer ausbilden lassen, «denn mir wurde mit jedem Semester klarer, dass dies genau mein Weg und genau mein Talent ist». Seine Sporen verdiente sich der junge Pfarrer fünf Jahre lang in Reinach AG. Es sei eine tolle Zeit gewesen. Für Thomas Schüpbach bot sich die Chance, das kirchliche Feld neu zu bestellen, nach seinen Vorstellungen. Das hatte Folgen für die Kirchgemeinde Sihlfeld, die er heute leitet. Sie hat für fast jeden etwas im Angebot: «Chile für Chind», einen Literaturtreff, das Frauenforum «Sihlfeld Girls», Strada-Gottesdienste und vieles mehr. Weil am Sonntag jeweils die jüngeren Semester fehlten, entstand die Idee eines Freitagsgottesdienstes unter dem Namen «FeierWerk». Alltag für die 20- bis 40-Jährigen sei eben, dass sie tagsüber arbeiteten und ihre Wochenenden zur Aktiverholung verwendeten, sagt der Pfarrer. Für sie sei deshalb der Freitagabend genau richtig für den Besuch eines Gottesdienstes.

Foto: Erik Brühlmann