Donnerstag, 12 April 2018 10:56

Neue Wege für neue Kirchgänger

Tausende Jugendliche werden in diesen Wochen gefirmt. Aber wann ist das richtige Alter? Das Bistum St. Gallen geht neue Wege und hofft, damit neue Kirchgänger zu gewinnen.

Die Jugendlichen sind den Firmweg bereits fast bis zum Schluss gegangen und haben viel kontrovers diskutiert. Genau um solche Diskussionen zu ermöglichen, hat man im Bistum St. Gallen gesamthaft auf die Firmung ab 18 Jahren umgestellt. Nach anfänglichem Widerstand wolle derzeit keine Seelsorgeeinheit mehr zurück zur Firmung von 12- bis 16-Jährigen, berichtet Linus Brändle, Leiter der Fachstelle der pastoralen Jugendarbeit «Daju». Die Vorteile des Konzepts «18 plus» liegen auf der Hand: Die Jugendlichen sind motivierter, weil sie sich frei und bewusst für den Firmweg entscheiden. Und die Jugendseelsorger können an die grossen Fragen anknüpfen, mit denen sich die erst gerade volljährig Gewordenen bereits herumschlagen: Wofür stehe ich ein? Welche Werte sind mir wichtig? Wohin will ich gesendet werden? Die letzte Frage hat Laura für sich beantwortet: Sie wird vor ihrem Studium an der Schule für Gestaltung ein Jahr in Schweden verbringen. Für sie war der Firmweg ein wertvoller «Selbstfindungsweg», der nun bald mit einem Ritual abgeschlossen wird. «Die Firmung ist ein Initiationssakrament an der Schwelle zum Erwachsenenalter », fasst Brändle zusammen. Eher wenig Gewicht legt das St. Galler Konzept auf die kirchliche Bindung. Das kirchliche Problemalter der 18- bis 35-Jährigen ist aber Thema: «Wir wollen mehr für diese Gruppe tun», versichert «Daju»-Leiter Linus Brändle. Dabei denkt er weniger an verbindliche Gemeinschaften von Freiwilligen und mehr an kurzfristige Projekte wie gemeinsame Reisen oder Gesprächsrunden. Dafür müssten Hauptamtliche aber Zeit einsetzen können. «Oft fehlen uns diese personellen Ressourcen», bedauert Brändle.

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