Freitag, 25 November 2016 08:44

Maschinen sorgen für Glanz

Information und Beratung
Als erste Entscheidungshilfe im Hinblick auf eine Anschaffung empfiehlt sich der «virtuelle Berater» des Herstellers Hako. Auf hako.ch lässt sich mittels Angabe der gewünschten Funktionen, der Grösse der Reinigungsfläche und weiterer Spezifikationen eine Auswahl empfohlener Maschinen erzeugen. Auch Konkurrent Wetrok informiert auf seiner Website wetrok.com/ch/de übersichtlich über Reinigungssysteme und Methoden. Kundenberater Wullschleger empfiehlt aber vor einem Kauf auf jeden Fall eine persönliche Beratung vor Ort, weil jedes Reinigungsobjekt wieder andere Anforderungen stelle. «Am Telefon kann ich keine Maschine verkaufen.
«Meh Draeck» forderte einst ein berühmter Schweizer Rockmusiker – er muss ihn ja nicht wegmachen. Blätter, Matsch und Schnee bereiten im Herbst und Winter Reinigungskräften viel Arbeit. Reinigungsmaschinen helfen beim Putzen und Pflegen, eine Anschaffung aber will gut überlegt sein.

Die Pflege von Bodenbelägen ist aufgrund zahlreicher neuer Produkte zur Wissenschaft geworden. Bei Neu- und Umbauten wird der Wahl des Belags grosse Bedeutung beigemessen. Allerdings ist es schwierig, dabei die Bedürfnisse aller Beteiligten – der Bauherren, der Nutzer und des Reinigungspersonals – zu berücksichtigen. Hersteller von Pflegeprodukten und Reinigungssystemen passen sich den Trends an, letztlich liegt es aber in der Verantwortung des Reinigungspersonals, Produkte und Geräte einzusetzen und sich selbst und die Umwelt vor gesundheitsgefährdenden Stoffen zu schützen. Im Zentrum steht der Selbstschutz: Hautkrankheiten bilden bei Gebäudereinigern die Spitze der Berufskrankheiten, ein Viertel aller Unfälle bei Reinigungsarbeiten hat schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge. Zu einer zweckmässigen Ausrüstung gehören also zuallererst Schutzhandschuhe, ergonomisch günstige Arbeitsmittel, Transport- und Hebehilfen. 40 Prozent der Arbeitsunfälle von Gebäudereinigern werden durch Stolpern, Rutschen oder Stürzen verursacht. Oft spielen bei diesen Vorfällen «weiche» Faktoren wie Hast, Unachtsamkeit oder mangelnde Kommunikation eine Rolle. «Harte» Faktoren hingegen sind die betrieblichen Verhältnisse – und die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel.

Dosierhilfen

In der Hotellerie und im Gesundheitswesen schon weit verbreitet, werden Dosiersysteme für Reinigungsmittel grundsätzlich für die Gebäudereinigung immer wichtiger. Hochkonzentrierte Reinigungsmittel weisen wirtschaftliche und ökologische Vorteile auf, weil sowohl der Aufwand für Transport und Lagerung als auch die Verpackungsabfälle reduziertwerden können. Bei Hochkonzentraten droht eine Überdosierung, was zu Rückständen auf gereinigten Oberflächen führen kann. Geschlossene Dosiersysteme erhöhen zudem die Arbeitssicherheit, weil sie den direkten Kontakt mit den Putzmitteln verhindern.

Maschinen – die Qual der Wahl

Maschinen nehmen dem Reinigungspersonal einen wesentlichen Teil der Arbeit ab. Die gängigsten Methoden bei Unterhalts- und Zwischenreinigungen sindFeuchtwischenundScheuersaugen, bei einer Grundreinigung kommen Nasssaugen und scheuern dazu. Ob sich aber die Anschaffung einer Scheuersaugmaschine lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst sind die Beschaffenheit der Böden, die Grösse der zu bearbeitenden Fläche und das Besucheraufkommen zu berücksichtigen. Weiter spielen für den Betriebsradius des Geräts die Grösse des Frischund Schmutzwassertanks sowie die Kabellänge oder beiAkkugeräten die Batterielaufzeit eine Rolle. Und schliesslich sind die Antriebsart sowie die sogenannte Unterfahrhöhe, das heisst die Höhe von Mobiliaroder Installationen,welche die Maschine unterfahren kann, Kriterien für die praktische Einsatzfähigkeit.

Auf kleinen und mittleren Flächen kommen «Nachläufer» zum Einsatz, Geräte, die geschoben oder, wenn sie über einen Motor verfügen, nur gelenkt werden. Für grosse Flächen bietet sich ein «Aufsitzer» an. Während kompakte Kleinmodelle von Aufsitzern durch Wohnungstüren passen, können grosse Ausführungen Abmessungen von Kleinlastwagen haben. Entsprechend gestaffelt sind auch die Preise. Je nach Anbieter sind Nachläufer ab 1500 bis 2000 Franken erhältlich, wogegen Aufsitzer mit Sonderausstattung und Extras leicht auf über 20 000 Franken für ein neues Gerät zu stehen kommen.Unter kleinen Flächen verstehen Hersteller solche bis 200 Quadratmeter, vongossen solche ab 1000 Quadratmetern. Bernhard Wullschleger, Kundenberater der Firma Cleanfix, relativiert diese Zahlen allerdings. Ausschlaggebend für die Arbeitsgeschwindigkeit seien Parameter, wie etwa die Kabellänge, die Grösse der Tanks und die Verfügbarkeit von Frischwasser, dann natürlich die Möblierung der Räume. Von der «theoretischen Flächenleistung», welche die Hersteller in Quadratmetern pro Stunde angeben, müsse in der Praxis etwa ein Drittel abgezogen werden, wenn Möbel, Ecken, Kanten und Stufen umfahren werden müssen. Einige Hersteller von Reinigungsmaschinen bieten auch einen Mietservice an. Leistungsstarke Geräte für die jährliche Grundreinigung oder Spezialgeräte zur Schutzbehandlung können also auch bedarfsgerecht ausgeliehen werden.