Freitag, 15 Dezember 2017 08:44

Leidenschaft und Vernunft

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Das Berner Münster gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Der Grundstein für die grösste und wichtigste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz wurde 1421 gelegt. 308 Jahre später wurde die Kirche mit der heutigen Hauptorgel ausgestattet. Daniel Glaus ist als Organist für die verschiedenen Orgeln und die Kirchenmusik im Berner Münster verantwortlich.

«Für mich ist es ein Privileg, in diesem Raum und auf dieser Orgel spielen zu dürfen. Gleichzeitig trage ich hier aber auch eine grosse Verantwortung der Kirchenmusik gegenüber», sagt Daniel Glaus. Der Münsterorganist zählt zu den profiliertesten Kirchenmusikern der Gegenwart. Schon während seines Studiums spielte er auf der Hauptorgel im Berner Münster. «Das waren erhebende Momente, vor allem weil man während der Nacht üben musste», erinnert er sich. Die Faszination für die Kirchenmusik und die Orgel sind geblieben. Glaus bezeichnet die Hauptorgel im Berner Münster als Kunstwerk, aussen wie innen. Die 300 Jahre alten Engelskulpturen sind mit Gold - und Farbfassungen bestückt. Denen muss ebenso Sorge getragen werden, wie der Orgel. Vier Mal jährlich und vor jedem Konzert wird die Orgel gestimmt. Hört der Organist unsaubere Töne, steigt er selber in die Orgel hinein und stimmt die fehlbare Pfeife. Die Hauptorgel hat 71 Register auf vier Manualen und Pedal. «Das sind eigentlich fünf Orgeln in einer», fügt der Münsterorganist und Professor für Kirchenmusik an.

Seit der umfassenden Restaurierung der Orgel in den Jahren 1997 bis 1999 ist die Qualität der Orgel des Berner Münsters über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Die Hauptorgel zählt insgesamt 5119 Pfeifen. Einige dieser Pfeifen sind aus Holz, ein Werkstoff, der lebt und sich mit der wechselhaften Luftfeuchtigkeit und den Temperaturschwankungen verändert. Auch Leder findet man im Innern einer Orgel verbaut, und diese Komponenten reagieren genauso auf diese Schwankungen im Raumklima. Vor allem die Veränderungen der Luftfeuchtigkeit kann zu Rissen im Holz führen oder das Leder an den Blasebälgen spröde werden lassen. «Einst spielte ich während eines Gottesdienstes in einer anderen Kirche, als es plötzlich einen riesigen Knall gab. Ich konnte nicht mehr weiterspielen. Beim Kontrollgang stellte sich heraus, dass eine massive Eichenbalgplatte infolge Trockenheit gespalten war. Um solche gravierende Schäden und stimmliche Veränderungen zu vermeiden, hat die Berner Münsterkirchgemeinde zwei Luftbefeuchter installieren lassen. Diese regeln die relative Luftfeuchtigkeit und reinigen die Luft im Innern der Orgel. Die ideale relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 45 und 80 Prozent. «Fällt die relative Luftfeuchtigkeit unter 40 Prozent, lehnen die Orgelbauer in der Regel jegliche Garantieansprüche ab», ergänzt der Organist des Berner Münsters. Daniel Glaussieht jedoch auch einen Nachteil in den Luftbefeuchtern. «Das leise Geräusch der Luftbefeuchter ist hörbar. Bei Konzerten oder Tonaufnahmen schalte ich deshalb die Geräte aus. Ein nachträglich eingebautes Relais schaltet die beiden Luftbefeuchter Defensor PH26 nach einer Stunde automatisch wieder ein – ein kleines Detail von unschätzbarem Wert.» Das Relais und die beiden Luftbefeuchter von Condair AG sind im Vergleich zu den vier Millionen Franken, welche die Restauration der Orgel kostete, verschwindend klein. «Viele Kirchgemeinden haben ein Budget für die Orgel, und die zusätzlichen Kosten für die Luftbefeuchtung sind dort nicht miteingerechnet. Deshalb verzichtet man oft auf diese kleinen Helfer», weiss der renommierte Organist aus eigener Expertentätigkeit bei Orgelneubauten. Nicht nur das Berner Münster zählt zum Unesco Weltkulturerbe, sondern, als Teil davon, auch die Hauptorgel. Diese Tatsache verpflichtet. Daniel Glaus, der Münsterorganist und Professor für Orgel und Komposition an der Hochschule der Künste Bern, setzt sich deshalb in allen Gremien kompromisslos für die Orgel ein. Die Luftbefeuchter sind eine Investition, die sich schon mehr als bezahlt gemacht hat.

Seit 2007 wirkt Daniel Glaus als Organist und Verantwortlicher für die Kirchenmusik am Berner Münster. Foto: zVg