Donnerstag, 12 April 2018 14:06

Kleines Lexikon der Theologie

Es ist immer gut, sich wieder einmal zu vergewissern, woran man glaubt. Was bedeuten wichtige Grundbegriffe des christlichen Glaubens?
Amen:

Seine Grundbedeutung lautet «fest», «zuverlässig», «sicher», «wahr sein». Es bestätigt, dass etwas Ausgesprochenes als gewiss und zuverlässig erkannt und anerkannt wird, etwa im Sinne von «so sei es».

Auferstehung:

Zentrum des christlichen Glaubens. Jesus Christus hat nach seinem Sterben am Kreuz den Tod überwunden und ist von Gott, seinem Vater, auferweckt worden. Christen sind davon überzeugt, dass sie am Ende der Tage zum ewigen Leben bei Gott auferstehen.

Gebet:

Es realisiert ausdrücklich die Beziehung des Menschen zum persönlichen Gott und verwirklicht damit auf einzigartige Weise das Wesen des religiösen Aktes, dass sich der Mensch ganz und gar auf Gott einlässt. Das Gebet ist zudem eine Grundfunktion der Kirche in der Nachfolge des alttestamentlichen Beters. Die Menschen haben das Bedürfnis, ihrem Leben und ihren Gefühlen eine grössere, weitere Dimension zu geben. Das letzte Ziel des Gebets bleibt die ersehnte Vereinigung mit der liebenden Gegenwart Gottes und Jesu.

Glaube:

Das Wort (vom indogermanischen leubh, «begehren», «lieb haben», «gutheissen», «loben») wird verwendet, um eine Grundhaltung des Vertrauens zu bezeichnen. Das lateinische Wort credere kommt von cor dare, «das Herz geben» oder «schenken», «sein Herz auf etwas» oder «jemanden setzen». Der christliche Glaube bedeutet, sich ganz auf Gott und Jesus Christus einzulassen und ihnen im Leben nachzufolgen. Das bedeutet, dass dieser Glaube zur tätigen Nächstenliebe bewegen kann und soll (vgl. Gal 5,6). Der Glaube ist die persönliche Antwort des Menschen auf Gott beziehungsweise auf Jesu Wort und Tat. Dabei geschieht diese Antwort immer in der Gemeinschaft aller Glaubenden (der Kirche) und stellvertretend für alle Menschen. In diesem Sinne ist das Gebet nicht nur Vertrauen, sondern auch Fürwahrhalten und Bekenntnis.

Gnade:

Im christlichen Sinn bezeichnet Gnade (vom althochdeutschen ginada und vom mittelhochdeutschen genade, «Wohlwollen», «Gunst») die freie und absolut unverdienbare Zuwendung Gottes zum Menschen sowie die Folgen dieser Zuneigung, also nicht nur göttliche Hilfe für den Menschen, sondern auch die Teilnahme der Menschen an seinem göttlichen Leben. Gott kann jedem Menschen in seiner Gnade Vergebung schenken, weil die Gnade Ausdruck seiner Liebe ist.

Gott:

Der Wortstamm von «Gott» ist sehr alt und nur im germanischen Sprachraum anzutreffen. Danach wäre «Gott» das durch ein spezielles Wort angerufene Wesen. Der jüdischchristliche Gott ist der Name für denjenigen, der sich den Menschen nach dem Zeugnis des Alten Testaments als der durch keine Grenze Beschränkte (vgl. Jes 6; 1 Kön 8,27), der in jeder Hinsicht Unvergleichliche (vgl. Ps 139), der vollkommen Lebendige (vgl. Ps 90, Ps 91) und der Zukünftige und Zuverlässige (vgl. Ex 3,13–20) offenbart. Von seinem Wesen her ist er transzendent, ausserhalb der Welt, die er erschaffen hat (vgl. Röm 1,20; Joh 6,46) und nur Jesus Christus, seinem Sohn, bekannt (vgl. Joh 1,18). Er überschreitet also die Erfahrung des Menschen.

Himmel:

Das Wort kann in der Theologie in zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht werden. Zum einen bezeichnet es als Bildwort im Alten und im Neuen Testament das Obere über der Erde, in dem auch der Wohnort Gottes gedacht wird. In diesem Sinne ist der Himmel auch eine Umschreibung des Namens Gottes. Zum anderen kann der Himmel ein Bild sein für die Fülle des Heils, das den endgültig geretteten Menschen bei Gott zuteilwird. Ob dieser Himmel ein «Ort» genannt werden kann, hängt davon ab, in welcher Weise die Materie ebenfalls von Gott endgültig gerettet wird.

Hölle:

Das Wort Hölle (nordgermanisch hel, das Totenreich und seine Göttin) ist ein Ausdruck dafür, dass die selige Gemeinschaft mit Gott (der Himmel) nicht erreicht wird. Mit eingeschlossen sind die Folgen des selbst verschuldeten endgültigen Ausschlusses eines Menschen aus der Gemeinschaft mit Gott. Das kirchliche Lehramt stellt dazu fest, dass es die Hölle gebe, dass die Strafe sogleich nach dem Tod und nicht erst beim Jüngsten Gericht eintrete und dass sie ewig dauere. In den Schriften des Neuen Testaments wird eine solche «gesonderte Stätte der Strafe in freier Übernahme spätjüdischer Vorstellungen», so der Theologe Karl Rahner, «mehr vorausgesetzt als ausdrücklich ausgesagt». Alle Höllenaussagen in der Bibel sind keine «Reportagen», sondern Aussagen über «das jetzige, gegenwärtige Dasein der Menschen vor Gott», das sie erhellen sollen. Das Leben jedes Menschen ist von der realen Möglichkeit des Scheiterns bedroht, weil er frei über sich verfügen kann und sich so auch Gott frei verweigern kann.

Ökumenische Bewegung:

Vom griechischen oikumene, «Erdkreis», «die ganze bewohnte Erde», ist eine Bewegung von Christen, die eine weltweite Einigung und Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Kirchen anstrebt. Zunächst soll dies durch vorläufige organisatorische Schritte erreicht werden und schliesslich durch die Umsetzung der einen Kirche aller an Jesus Christus Glaubenden, gemäss seinem Willen. Dabei betrachtet die katholische Kirche, verstärkt seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965), die anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften (protestantische und orthodoxe) als Partner eines echten Dialogs, eines Gesprächs auf eine offene Zukunft hin, und einer Zusammenarbeit unter Christen, die viel mehr Gemeinsames als Trennendes und eine gemeinsame Aufgabe gegenüber der Welt haben.

Sakrament:

Das Wort «Sakrament» stammt vom kirchenlateinischen Begriff sacramentum, «Heilszeichen, Heilsmittel, Heilsweg, sichtbares Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit». Die lateinische Wurzel sacer bedeutet «heilig, unverletzlich». Die Sakramente sind hervorgehobene Symbolhandlungen der Kirche, die die Güte und Nähe Gottes zu den Menschen vermitteln, ja sie bedeuten in einem übergeordneten Sinn jede Art der Begegnung von Gott und Mensch, die immer sakramental vermittelt ist.

Wunder:

Umgangssprachlich gilt das Wunder (griechisch thauma) als ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht rational erklären kann, weil es ausserhalb unserer menschlichen Erfahrung steht. Es ist etwas Staunenswertes, etwas Aussergewöhnliches.

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