Donnerstag, 08 März 2018 11:01

«Im Brot hat es auch nur wenig Salz»

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Seit 30 Jahren singt Marianne Streiff in einem Chor, der immer wieder in der Heiliggeistkirche beim Bahnhof Bern Konzerte gibt. Das sei eine offene Institution, die für ein gelebtes Christentum stehe, sagt die Bernerin. Neben den Gottesdiensten fänden hier auch Konzerte, Ausstellungen und weitere Anlässe statt, im Kirchenraum könne man Kaffee trinken und sich austauschen. Inmitten des ganzen Trubels beim Bahnhof sei die Heiliggeistkirche ein Ruheort, findet Marianne Streiff. Der Name der Kirche entspreche erst noch dem, wovon sich ihre Partei, die EVP leiten lasse.

Seit 2010 gehört Marianne Streiff dem Nationalrat an. Zuvor war sie unter anderem Mitglied des bernischen Kantonsparlaments und der Exekutive von Köniz. In einem Interview erklärte sie, von ihren drei – mittlerweile erwachsenen – Kindern politisiert worden zu sein. Sie habe sich gefragt, in welche Welt sie diese hineinsetzen wolle. Es war für sie zwar nicht immer einfach, Familie, Lehrberuf und Politik unter einen Hut zu bringen, sie habe aber viel Unterstützung von ihrem Mann erhalten. Doch was interessiert sie denn eigentlich an der Politik? Die 60-jährige EVP-Präsidentin meint, Politik biete ihr eine riesige Chance, das Zusammenleben in diesem Land mitzugestalten und Verantwortung fürs Gemeinwohl zu übernehmen. .«Ich bin ein Mensch, der von Beziehungen lebt.» Die EVP hat aber mit zwei Vertretern im Nationalrat wenig Einfluss, um das Zusammenleben zu prägen. Aber Marianne Streiff findet, man dürfe nicht allein das Gewicht bei Abstimmungen im Rat beurteilen. Wichtig sei vor allem auch die Arbeit in den Kommissionen. Sie selber sitzt in zwei bedeutenden Gremien, in der Staatspolitischen Kommission und in der Geschäftsprüfungskommission. Natürlich könne die EVP nicht die grosse Kelle schwingen, sagt sie, aber im Brot habe es schliesslich auch nur ganz wenig Salz.