Dienstag, 05 Dezember 2017 11:33

Durstiges Grünzeug im Winter

«Winterhart» bedeutet nicht «unsterblich» – warum man Thuja, Eibe, Buchsbaum und Kirschlorbeer in der kalten Jahreszeit nicht sich selber überlassen sollte.

Dass Gärtner im Winter eine ruhige Kugel schieben, ist ein Märchen. Vorbereitungen zum Schutz der Pflanzen machen Arbeit bis in den Dezember, und im Januar müssen bereits manche Obstbäume wieder geschnitten werden. Auch die Giesskanne bleibt nicht im Gartenhäuschen stehen: Winterharte Pflanzen haben zwar kein Problem mit der Kälte, aber sie haben mit Wassermangel und Austrocknung zu kämpfen. Dabei fehlt es eigentlich nicht am Wasser an sich – bloss steht es in Form von Schnee oder Eis der Pflanze nicht zur Verfügung. Gerade immergrüne Pflanzen verdunsten über ihre Blätter und Nadeln auch im Winter Wasser, bekommen aber aus gefrorenen Böden keinen Nachschub und drohen zu verdursten. Stellt man immergrüne Topfpflanzen noch wohlmeinend in die Sonne, ist das erst recht ihr Todesurteil – wohler ist ihnen auch im Winter an einem schattigen Plätzchen. Die Natur hat natürlich vorgesorgt und liess viele immergrüne Pflanzen einen Schutzmechanismus entwickeln, bei dem sich die Blätter zusammenrollen, um der Sonne möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Selbstverteidigung hat aber im Topf oder Beet ihre Grenzen. Deshalb muss auch im Winter die Giesskanne gelegentlich zum Einsatz kommen: Immergrüne Pflanzen im Beet kann man giessen, wenn der Boden angetaut und in den nächsten Tagen kein Frost zu erwarten ist. Verfolgen Sie im Winter also aufmerksam den Wetterbericht!

Ihre immergrünen Pflanzen im Kübel gruppieren Sie am besten an einer schattigen Stelle im Garten – so geht keine vergessen. Wasser in Untersetzern muss abgegossen werden, damit keine Staunässe entsteht. Gegossen wird an Tagen mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt, am besten zur wärmsten Zeit des Tages, keinesfalls aber am Abend oder in der Nacht, wenn das Wasser gefrieren könnte, bevor die Pflanze ihren Durst gestillt hat.

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