Montag, 19 Februar 2018 15:15

Die Form ist auch eine Botschaft

Jede schriftliche Kontaktnahme aus dem Pfarramt übermittelt auch vom Inhalt unabhängige Signale. Denn Papierfarbe, Layout und Fotos sind ebenso wichtig wie der Inhalt.

Ist das noch zeitgemäss? Ein Gemeindebrief auf gelbes, rotes oder blaues Papier kopiert. Vermag ein Blockumbruch mit nichtssagenden Fotos noch zu gefallen? Diesen Fragen muss sich auch eine Gemeindeleitung stellen. Tradition in Papierwahl und Gestaltung ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eher ein Zeichen für Stillstand und manchmal auch für Bequemlichkeit. Die Augen sind heute verwöhnt: In den sozialen Medien leuchten die hochgeladenen Fotos intensiv, was vor allem bei Jugendlichen neue Standards setzt. Die älteren Generationen, die laut Statistik am längsten vor dem Fernseher sitzen, sind permanent mit neuen Formaten und Angeboten konfrontiert. Die Gefahr ist deshalb gross, dass Printprodukte aus dem kirchlichen Umfeld im Vergleich dazu grafisch stark abfallen. Das lässt sich aber bei Rundschreiben aus dem Pfarramt leicht vermeiden. Farbiges Papier ist passé. Auf dem Computer lassen sich Spaltenbreiten oder Spaltenzahlen leicht mit einem gängigen Textverarbeitungsprogramm gestalten. Die Tagespresse und die Wochenmagazine sind gute Vorlagen für die Gestaltung eines Gemeindebriefes oder Rundschreibens. Ganz zentral ist ein attraktiver Bildanteil. Die Datenmenge eines Fotos sollte bei mindestens einem Megabyte liegen, damit eine gewisse Tiefenschärfe erhalten bleibt. Symbolische Fotos auf einem hohen Niveau können zum Beispiel gratis auf der Plattform www.pixabay.com heruntergeladenwerden. Die Gleichung, mehr Text bedeutet besserer Inhalt, stimmt nicht. Bleiwüsten schrecken ab und vermindern massiv die Lust am Lesen. Attraktive Titel und grosszügige Fotos ziehen hingegen den Betrachter an und «zwingen» ihn zur Lektüre. Deshalb lohnt es sich, etwas mehr Papier zu verwenden, damit die Gestaltung zum Tragen kommt. Denn die Gestaltung ist auch eine Botschaft. Für die Post aus dem Pfarramt gilt deshalb: Die Form folgt der Funktion. Die Mitteilung soll gelesen werden, ergo muss sie so gestaltet sein, dass man sie auch tatsächlich liest.

Foto: pixabay.com