Donnerstag, 12 April 2018 14:21

«Das K lassen wir uns nicht nehmen!»

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Simone Curau-Aepli - Vizepräsidentin CVP-Frauen Schweiz
Simone Curau-Aepli - Vizepräsidentin CVP-Frauen Schweiz

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) ist der grösste konfessionelle Frauenverband der Schweiz. Simone Curau- Aepli, seit jeher engagierte Feministin, ist dessen Präsidentin. Beim SKF kann die Thurgauerin endlich das tun, was sie bei der CVP manchmal vermisst hatte: Politik auf der Basis katholischer Werte.

Seit über drei Jahrzehnten kämpft die überzeugte Feministin nämlich für Geschlechtergerechtigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen. «Manchen fällt es schwer nachzuvollziehen, weshalb sich eine Feministin in einer patriarchal strukturierten Institution wie der katholischen Kirche engagiert.»

Simone Curau-Aepli war bisher unter anderem als Vizepräsidentin der CVP-Frauen Schweiz und Präsidentin der CVP-Frauen Thurgau tätig. Doch in der Partei fühlte sie sich nie wirklich frei. Ihr missfiel die scharfe Trennung von Glaube und Politik. «Die Auseinandersetzung um das C bei der CVP war ambivalent, und ich musste mich immer wieder rechtfertigen, wenn ich beispielsweise Positionspapiere des SKF eingebracht habe.» Vor vier Jahren dann holte der SKF Simone Curau-Aepli, um in einer politischen Arbeitsgruppe mitzuwirken. Und plötzlich war die Verbindung von Politik und Spiritualität kein Tabu mehr, sondern vielmehr Sitte. «Ich habe mich gefühlt, wie wenn ich nach Hause kommen würde», sagt sie. Wenig später übernahm sie im Verbandsvorstand des SKF das vakant gewordene Ressort Politik. So unbestritten wie es scheint, ist das K im Namen des Frauenbundes indes nicht. Manche Ortsvereine haben den Buchstaben bereits wie Ballast abgeworfen. Einer dieser Ortsvereine stellte an der letzten Delegiertenversammlung den Antrag, den konfessionellen Bezug auch aus dem Namen des Dachverbands zu streichen. Aber es gab starke Wortmeldungen dagegen, die Mehrheit lehnte die Vorlage ab. «Wir waren uns einig: Das K lassen wir uns nicht nehmen! Wir stellen uns der grossen Herausforderung, den Begriff katholisch positiv zu prägen und mit Inhalten wie Offenheit und Vielfalt zu füllen», sagt die 55-Jährige.

Foto: Sabine Schaller