Montag, 18 Juni 2018 15:14

Bei der Kirche summts und brummts Empfehlung

Kirchgemeinden können ein klares Zeichen setzen, indem sie auf dem Gemeindeareal für Biodiversität sorgen.

Seit das Insektensterben für Schlagzeilen gesorgt hat, ist Biodiversität zum Schlagwort geworden. Zur Erinnerung: Im vergangenen Oktober hat die wissenschaftliche Online- Fachzeitschrift PLOS ONE den Bericht von Wissenschaftlern aus Deutschland, Grossbritannien und den Niederlanden veröffentlicht, wonach in den vergangenen 27 Jahren die Gesamtmasse von Insekten um 76 Prozent abgenommen hat. Der Insektenschwund betrifft nicht nur einzelne Standorte, sondern ist gemäss der Arbeit der Forscher ein grossflächiges Problem. Die Gründe für diese Entwicklung sind zahlreich: Die Wiesen wurden früher nur zweimal im Jahr gemäht. An den Waldrändern bestanden buschige Übergange, wo sich Insekten zurückziehen und verpuppen konnten. Diese unberührten Übergänge gingen verloren, die Wiesen werden heute bis zu achtmal pro Jahr geschnitten, was auch viele Insekten tötet. Die intensive Nutzung hat zudem viele Pflanzenarten verdrängt, die für Insekten Lebensbasis waren. Der Hauptgrund für das Insektensterben liegt somit im Verlust des Lebensraumes, aber auch im extensiven Einsatz von Pestiziden. Gefordert ist deshalb mehr Achtsamkeit für die Biodiversität.

Mit ihr wird die Vielfalt des Lebens umschrieben: die Vielfalt der Lebensräume, der Arten und der Gene. Dabei handelt es sich um die Rassen und Sorten von wild lebenden und genutzten Arten. Ein Beispiel: Vor 100 Jahren gab es in der Schweiz über 3000 Obstsorten. Heute sind es nur noch 2000, und die meisten von ihnen brauchen einen besonderen Schutz. Denn die Zahl der Feldostbäume ging in der Schweiz um 80 Prozent zurück.

Was kann dagegen getan werden: Grün Stadt Zürich propagiert zum Beispiel die Dach- und Fassadenbegrünung. Das soll das Wohlbefinden der Insekten, aber auch der Bevölkerung fördern. «Grün am Bau kann den knapper werdenden Grünraum in der Stadt kompensieren », lautet das Credo von Grün Stadt Zürich. In zwei Ausstellungen erfahren die Besucher, wie Grün am Bau konkret realisiert werden kann. In der Stadtgärtnerei (Sackzelg 27 in 8047 Zürich) werden die vielfältigen Auswirkungen von begrünten Gebäuden dokumentiert. Zudem werden Bepflanzungsvarianten und Begrünungssysteme gezeigt. In der Sukkulenten-Sammlung (Mythenquai 88 in 8002 Zürich) wird derweil gezeigt, wie Pflanzen dank ihrer Fähigkeiten zum Klettern und Kriechen neue Lebensräume erschliessen. Die zwei Ausstellungen inspirieren zu Veränderungen Richtung Grün und sind bis zum 31. März 2019 zu besichtigen.

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