• Zwei Sofas in der Ecke machen noch keinen Jugendtreff in der Gemeinde aus. Eine Fünfzehnjährige erklärt aus ihrer Erfahrung, warum es mehr braucht.
  • Jedes Mal, wenn ich den Jugendraum unserer Pfarrei betrete, fällt mein Blick als Erstes auf die kahlen weissen Wände. Nur etwa zehn winzige, bemalte Quadrate hängen an einer Wand. Zwei dunkelblaue Sofas stehen rechtwinklig in der Ecke. Ein kleiner, leerer Tisch steht davor. Nur wenig Licht dringt schwach durch die Fenster. Das einzig Farbenfrohe sind die grüngelben Sitzsäcke, die plump am Boden liegen. Der Raum wirkt kalt und leer. Dabei sollte es ein Aufenthaltsraum sein, unser Jugendraum, wo man sich wohlfühlt.
  • Veränderungen wären notwendig: Die Sitzsäcke könnten einen einladenden Kreis bilden, mehr warmes Licht würde den Raum schmücken. Lichterketten kann man ganz einfach an der Wand befestigen. Ein weisser Vorhang würde das Zimmer erhellen. Auf dem kleinen Tisch könnten im Winter Kerzen und im Sommer kleine Pflanzentöpfe stehen. Farbenfrohe Kissen würden das Sofa verzieren. An den Wänden könnte man noch mehr bemalte Quadrate befestigen. Es wären nur wenige Handgriffe zu tätigen, und das Zimmer erschiene ganz anders.
  • Beim Gestalten könnten Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sie könnten sich durch ihre Vorschläge und Wünsche ausdrücken. Das gemeinsame Planen und Dekorieren würde sie noch mehr zusammenschweissen. Mit einem festgelegten Thema und vielen guten Einfällen sähe der Raum schon ganz anders aus. Er würde viel persönlicher. Die Jugendlichen könnten anderen ihre Interessen zeigen, neue Freundschaften könnten geschlossen werden. Ein stetiger Austausch von Ideen wäre möglich.
  • Doch nicht nur für die Jugendlichen wäre das eine tolle Erfahrung, Erwachsene könnten sich dadurch ein Bild von der neuen Generation machen. Vielleicht wäre es dadurch einfacher für sie, die Jugendtreffen oder Ferienlager zu organisieren. Man betritt dann nicht nur den Raum, man betritt eine neue Welt, eine persönliche Welt.
  • In einem schön eingerichteten Raum trifft man sich gerne. Man würde sich dort auch nach der Schule treffen, zusammen Hausaufgaben machen oder neue Leute kennenlernen. Ein selbst gestalteter Raum wäre für die Jugendlichen eine weitere Möglichkeit, zu zeigen wie sie denken und was sie beschäftigt. Ausserdem wäre es ihr eigener Raum, eine Kombination aus Zuhause und Freunden, ein Ort, wo man sich wohlfühlt. Man könnte aktuelle Themen besprechen, einander bei Problemen helfen, einander unterstützen; denn das ist genau das, was man in diesem Alter braucht.