Wer den Kircheninnenraum renovieren oder den Gemeindesaal neu streichen lässt, muss mit einer veränderten Raumakustik rechnen. Das wird bei diesen Arbeiten oft unterschätzt.

Je häufiger ein Raum beheizt wird, desto grösser ist die Staubentwicklung und Staubfestsetzung an den Wänden. Da in Kirchen und Gemeindesälen in der Regel auf Weissputz an den Wänden zugunsten einer strukturierten Oberfläche verzichtet wurde, kann sich dort der Staub besonders gut festsetzen. Dieser Staub begünstigt die Schallwellenabsorption. Je vertaubter die Wände sind, desto stärker wirkt dieser Effekt. Werden die Wände gereinigt und neu gestrichen, fällt der «Watteeffekt» weg, die Schallwellen prallen auf härteren Widerstand, was ihre Verteilung verändert. Das Orgelspiel wirkt plötzlich zu laut oder gar unharmonisch. Das gesprochene Wort hat einen Hall, die Verständlichkeit wird von den Kirchgängern bemängelt. Im frisch gestrichenen Gemeindesaal ertönt neu alles viel lauter. Die Besucher haben den Eindruck, man könne sich gar nicht mehr richtig unterhalten, weil alles so dröhne sei. Viel hat mit einem Gewöhnungseffekt zu tun, der begünstigt werden kann, wenn man die Gemeinde vor den Arbeiten über diese Veränderung informiert. Manchmal genügt das nicht. Dann sind zusätzliche Schallschlucker wie Läufer oder Vorhänge notwendig. In diesem Falle lohnt es sich, mit der geringsten Massnahme zu beginnen und die Gemeinde dabei miteinzubeziehen.