Kirchenbesucher mit Hörgeräten vergessen oft, ihr Gerät umzustellen. Mobile Hinweistafeln am Eingang sind deshalb hilfreich.

Schwerhörige haben trotz Hörgerät in der Kirche Mühe, das gesprochene Wort zu verstehen. Der Grund liegt beim Hörgerät, das alle Geräusche verstärkt. So werden auch die vielfältigen Umgebungsgeräusche – vom Husten übers Flüstern bis hin zum Runterfallen des Gesangbuchs – verstärkt. Dieses Problem ist bekannt, weshalb viele Kirchen heute über eine induktive Anlage verfügen.

Dank dieser Induktionsschleife kann das Hörgerät die Signale ab Mikrofon, das gesprochene Wort in der Kirche, direkt aufs Hörgerät übertragen lassen. Die Geräusche aus der Umgebung werden dadurch nicht mehr verstärkt. Das gesprochene Wort erreicht somit optimal den Gehörgang. Voraussetzung ist jedoch, dass das Hörgerät während des Gottesdienstes entsprechend umgestellt wird auf die Funktion «T», um die Signale von der Induktionsschleife zu empfangen. Das wird oft vergessen. Mobile Hinweisschilder am Eingang zu Beginn des Gottesdienstes sind deshalb eine wertvolle Erinnerungshilfe.

Induktive Höranlagen übertragen das Sprachsignal über ein Magnetfeld in Sprechfrequenz. Im Hörgerät ist eine Empfangsspule (die sogenannte Telefon- oder Induktionsspule) eingebaut, die das Magnetsignal aufnimmt. Diese Übertragungsart funktioniert auch beim Telefonieren mit dazu geeigneten Telefonapparaten. Für induktive Höranlagen besteht die internationale Norm IEC 118-4, die in der Schweiz seit 2015 unter SN EN 60118-4:2015 gültig ist.