Trotz einschlägiger Vorschriften fehlen auf Anlagen der Kirchen immer noch Handläufe für den Publikumsverkehr. Treppenunfälle gehören zu den häufigsten Unfallrisiken. Jeder 700. Unfall endet tödlich.

Die SIA-Normen legen fest, dass Treppen mit mehr als fünf Tritten bei normalem Gebrauch in der Regel mit einem Handlauf zu versehen sind. «Gehören Behinderte oder gebrechliche Personen zum normalen Benutzerkreis oder handelt es sich um eine Fluchttreppe, so sind bereits ab zwei Tritten beidseitig Handläufe vorzusehen.» Deshalb schreibt die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen: «Jede Treppe oder Folge von mehr als zwei Stufen muss von zwei Handläufen begleitet sein.» Die SIA-Norm 640 238 bestimmt zudem: «Rampen, Treppen und Treppenwege sind grundsätzlich beidseitig mit Handläufen auszustatten. (…) Handläufe müssen durchgängig ohne Unterbruch über die gesamte Rampen- beziehungsweise Treppenlänge geführt werden.» In vielen Städten hat die Baupolizei entsprechende Richtlinien erlassen. Doch der Alltag – auch in öffentlichen Gebäuden, ob Gericht, Rathaus, Aufgang zum Arzt oder Notar, ob Kantonsverwaltung, Spital oder Schule – sieht anders aus, oft fehlen Handläufe. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung sowie die Suva weisen oftmals auf die fehlenden Handläufe hin, vor allem im Hinblick auf die zunehmende Überalterung der Bevölkerung. Der Nachholbedarf ist deshalb gross. Denn das Risiko, zumindest einmal auf einer Treppe zu verunfallen liegt bei hohen 76 Prozent. Dieses Risiko nimmt mit steigendem Alter zu. Heute gehören Handlaufsysteme mit integriertem durchgehendem Licht – für innen und aussen – zur bedeutenden Innovation. Sie bieten Halt, das eingebaute Lichtband beleuchtet jede einzelne Stufe blendfrei und falls der Strom ausfällt übernimmt ein Notlicht die Funktion. Die häufigste Ursache für Unfälle auf Treppen ist fehlendes oder falsch gesetztes Licht. Im Alter nimmt das kontrastreiche Sehen ab, was das lichtbedingte Unfallrisiko erhöht.