Zehn Milliarden Franken werden in der Schweiz jährlich für Elektrizität ausgegeben – mit LEDs könnten 50 Prozent des Beleuchtungsstroms eingespart werden. Das macht diese Lampen zu den Leuchtmitteln der Zukunft, obwohl sie deutlich teurer sind als herkömmliche Glühbirnen.

In kaum einem anderen technischen Bereich hat sich ein Produkt so lange gehalten wie die Glühlampe, wie die korrekte Bezeichnung einer Glühbirne lautet. Um das Jahr 1880 brachte sie Thomas Alva Edison auf den Markt, 112 Jahre später verschwanden in der Schweiz die letzten Modelle aus den Verkaufsregalen – und seither geht es Schlag auf Schlag: Bis September 2018 werden schrittweise auch Halogenleuchtmittel aus dem Verkehr gezogen, Hochvolt-Halogenlampen sind schon seit Herbst 2016 nicht mehr erhältlich.

Viele tun sich schwer mit der Umstellung, nicht alle aber gehen so weit wie SVP-Nationalrätin Yvette Estermann, die dem Zürcher «Tages-Anzeiger» gestand, einen Glühbirnenvorrat für zwei Generationen zu Hause zu horten. Eine Untersuchung des Bundesamtes für Energie stellte grosse Zurückhaltung der Konsumenten bei der Anschaffung von LED-Leuchtmitteln fest, der derzeit energieeffizientesten Art, Licht zu machen: Elf Prozent betrug ihr Marktanteil 2015. Gut die Hälfte der neu angeschafften Lampen waren in jenem Jahr Halogen-Glühbirnen, also Temperaturstrahler, die nur zwischen fünf und 25 Prozent der zugeführten Energie in Licht umwandeln. Der Bund, die Stiftung Energie Schweiz, die Schweizer Lichtgesellschaft und der Branchenverband Electrosuisse gehen deshalb jetzt in die Offensive: Weil nicht alle LED-Lampen mit den herkömmlichen Systemen kompatibel sind, lohnt es sich nämlich, sich jetzt schon Gedanken zu machen, wem wo wie welches Licht bei anstehenden Reparaturen oder Renovationen aufgehen soll.

Abschreckend wirkt bei LEDs in erster Linie der Preis, in der Anschaffung kostet eine LED-Lampe im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln schnell einmal das Dreifache. Energie Schweiz hat allerdings die Gesamtkosten einer Umstellung für einen Kleinbetrieb durchgerechnet und stellt fest, dass dank geringerem Energieverbrauch und längerer Lebensdauer der LEDs (bis zu 15 Jahren!) die Kosten in weniger als einem halben Jahr wieder amortisiert werden können. Einziger Nachteil: Die Vielseitigkeit der LEDs und die hohe Effizienz könnten dazu verleiten, auch an Orten Licht zu installieren, wo bisher keines war und wo es eigentlich auch keines braucht. Und dieses neue Licht kann noch so effizient sein – es braucht mehr Strom als kein Licht.