Manche mögen’s heiss. Manche – zum Beispiel Schnecken – mögen’s feucht. Drum sollte man den Garten im Hochsommer nicht abends giessen. Tagsüber wegen der Hitze schon grad gar nicht. Die beste Zeit, Pflanzen zu wässern, ist der frühe Morgen zwischen drei und vier Uhr. Wer nicht so früh aufstehen will, schafft sich ein Bewässerungssystem an.

Blumentöpfe, Rabatte, Rasen und Hecken – sie alle brauchen im Sommer vermehrte Aufmerksamkeit. Beim Giessen aber lauern  viele Fallen; zu viel oder zu wenig Wasser, zum falschen Zeitpunkt, am falschen Standort oder am falschen Teil der Pflanze. Automatische Bewässerungssysteme helfen, Fehler zu vermeiden und Wasser zu sparen. Sie nehmen einem eine Arbeit ab, die im Hochsommer abendfüllend werden kann.

Eine Bewilligung braucht es in der Regel für solche Anlagen nicht, wohl aber einen Wasseranschluss mit Gartenventil – welches verhindert, dass Schmutzwasser aus dem Schlauch zurück in das System fliesst –, und etwas Kleingeld – je nach Grösse und Beschaffenheit der zu bewässernden Fläche und der Eigenleistung, die man zu erbringen bereit ist. Für versierte Hobbygärtner, Handwerker und Baufachleute gibt es nämlich in Baumärkten zahlreiche Bewässerungssysteme mit umfangreichem Sortiment, die massgeschneiderte Lösungen ermöglichen. Wer allerdings ein fixes System selbst installieren möchte, braucht technisches und botanisches Fachwissen. Rosen beispielsweise schätzen es gar nicht, wenn ihre Blätter nass werden – ideal für diese Blumen sind deshalb unterirdisch verlegte Tropfschläuche, die kontinuierlich kleine Mengen Wasser in den Wurzelbereich führen.

Andere Pflanzen kann man hingegen zur Genügsamkeit erziehen – giesst man sie jeweils erst, wenn sie kurz davor sind, die Blätter hängen zu lassen, werden sie gezwungen, mehr und längere Wurzeln auszubilden. Das macht sie robuster und kann sogar dazu beitragen, dass Blumen länger blühen. Diese Pflanzen werden deshalb vorzugsweise ein- bis zweimal pro Woche im Schwall gewässert, um das Erdreich wurzeltief zu durchfeuchten. Auch für den Rasen empfehlen Fachleute dieses Vorgehen und raten, jeweils zwischen zehn und 15 Liter Wasser pro Quadratmeter auszubringen. Für etwas mehr Kleingeld lassen sich diese Prozesse auch automatisieren. Im Sortiment des Marktführers «Gardena» finden sich Steuergeräte für das Bewässerungssystem schon ab 140 Franken (No-Name-Produkte gibt es auch deutlich günstiger, allerdings sind den Erweiterungen engere Grenzen gesetzt). Ergänzt man die Steuerung durch einen Regensensor (um 70 Franken) und einen Bodenfeuchtesensor (ab 90 Franken), braucht man sich schon fast gar nicht mehr um den Garten zu kümmern.

Allerdings reicht es nicht, einfach einen Schlauch durch das ganze Grundstück zu verlegen und dann die Sprüher anzuschliessen. Um immer und überall genügend Wasserdruck zu haben, sind oft mehrere Wasserkreise nötig. Lässt man diese Installationen vom Fachmann ausführen, rechnet Gartenbaumeister Rolf Hurni aus Baar mit Kosten von rund 5500 Franken für kleine Anlagen und bis zu 20 000 Franken für grössere Grundstücke – kostenlos dagegen sind Offerte und Beratung.