Nach Bambuspflanzen, Bambus Socken und Bambusduvets werden nun auch Bumbusbodenbeläge beliebt – zurecht.

Spannteppiche kommen nur noch dort zum Einsatz, wo gespart werden muss. Sie sind billiger als Eichenparkett oder Steinplatten – vor allem im Unterhalt. Deshalb gelten sie zunehmend als Zeugen vergangener Zeiten, auch aus hygienischen Gründen. Bodenbeläge als Holz sind heute der neue Standard, wo Modernität und gutes Raumgefühl eine Rolle spielen. Aber Parkettböden sind empfindlich und teuer im Unterhalt, vor allem wenn sie bei jeder Witterung Strassenschuhen trotzen müssen. Die Buchhandlung Orell Füssli in Zürich am Stadelhofen hat bei ihrer stark frequentierter Verkaufsfläche auf Holz gesetzt – ohne die Nachteile von Holz in Kauf zu nehmen. Der Bodenbelag besteht aus Bambus. Bambusböden haben sich inzwischen als Alternative zu Parketthölzern etabliert hat. Bambus ist ein Gras, das sehr schnell wächst. Es kommt in tropischen und subtropischen Regionen in über vierzig Arten vor und wird bis zu fünfzig Meter hoch und erreicht dabei eine Dicke von 30 cm. Bambus vereinigt gleich mehrere Qualitäten auf sich: Es hat ein geringes Gewicht, aber eine sehr hohe Druck- und Biegefestigkeit. Bambus war in der Schweiz lange nur als Werkstoff für Balkon- und Gartenmöbel bekannt. Die Verarbeitung zu Parkettböden ist jung, weil früher die Technologie dazu fehlte. Für die Verarbeitung zu Bambusparkett werden in erster Linie  die Arten Phyllostachys edulis und Phyllostachys pubescens mit einem Zelluloseanteil um siebzig Prozent verwendet. Die Bambusstämme werden längs in Lamellen gesägt und gedämpft, was zu einer Karamellisierung des enthaltenen Zuckers führt, was dem Bambus einen Braunton verleiht. Parkett entsteht durch die Verleimung der einzelnen Lamellen unter sehr hohem Druck, was zu einem äusserst strapazierfähigen Belag führt. Die geschliffene Oberfläche wird mit Öl, Lack oder Wachs behandelt. Gemeindesälen und Büros bekommen mit einem Bambusboden einen wohnlichen, modernen und hellen Akzent. Er lässt sich gut feucht aufnehmen oder mit Maschinen reinigen und vermittelt – wie das Beispiel Orell Füssli dokumentiert – auch nach Jahren intensiver Nutzung noch einen guten Eindruck. Preislich liegt er auf dem Niveau eines Mittelklassenparketts.